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Nachfolgende Texte und Bilder stammen überwiegend aus dem Archiv der Gondelbahn, meist aus den '70er Jahren


Die technischen Hauptdaten der Gondelbahn

Länge der Bahn: etwa 1270 m 
Höhenunterschied: etwa 165 m 
Förderleistung in jeder Richtung: 650 Pers./Std. 
Fahrgeschwindigkeit: 3,0 m/s 
Anzahl der Wagen: 43 
Fahrzeit: etwa 7 Minuten 
Anzahl der Stützen: 8 
Förderseil-Durchmesser: 26 mm 
Beförderte Fahrgäste: rund 2 Millionen 

Bad Dürkheim als Erholungszentrum

Auszug aus einem Gutachten v. Institut für Leistungs- und Begutachtungsmedizin Prof. Dr. M. Hochrein und Dozent Dr. med. habil. I. Schleicher.

Mit der Gondelbahn wird der erholungssuchende Mensch innerhalb kurzer Zeit auf eine zusätzliche Höhe von 165 m gebracht, er wird "hineingehoben" in die Ruhe, die alle schöpferischen Kräfte im Menschen anregende, einmalige Schönheit der Natur, er wird aus seiner zeitbedingten "Ausweglosigkeit" hineingelenkt in ein - je nach seinen Kräften und seinem Trainingswillen wohldurchdachtes System angenehmer Wanderwege, und er ist ohne Terminbelastung, da die kontinuierlich tätige Gondelbahn, An- und Abfahrt zu diesen Ruhe-, Erholungs- und Trainingsgebieten gewährleistet.

Mit der Gondelbahn in die Keltenzeit, in die Vor- und Frühgeschichte von europäischer Bedeutung

Fenimore Cooper, mehr durch seinen "Lederstrumpf", "Wildtöter", "Der letzte Mohikaner" und "Pfadfinder" bekannt, haben die herrlichen Berge und der hübsche kleine Platz Bad Dürkheim in seiner Phantasie so angeregt, daß er sie zum Schauplatz seines Buches "Die Heidenmauer" gemacht hat.

Kur- und Wanderwege im Naherholungszentrum der Bergstation:



Prospekt "Für Schulleiter und Lehrkräfte":

Mit der Bergbahn zum Naturlehrpfad

zu Zeugen der Frühgeschichte aus der Zeit der Kelten und Römer

I.

Im Jahre 1834 schrieb Johann Georg Lehmann, Pfarrer in Weißenheim am Berg, in seinen "Geschichtlichen Gemälden aus dem Rheinkreise Bayern's, Zweites Heft: Das Dürkheimer Thal" S. 143, daß es mühsam sei, zur Heidenmauer auf dem Kastanienberg hinaufzuklimmen, daß aber die Aussicht dortselbst lohnend sei. Die seitdem vergangenen eineinhalb Jahrhunderte haben von der Richtigkeit des zweiten Teils dieser Bemerkung nichts genommen. Ihr erster Teil stimmt aber nicht mehr, seitdem vom Wurstmarktplatz in Bad Dürkheim die Gondelbahn auf den Teufelstein führt. Damit ist auch der Wunsch desselben Verfassers (S. 147) Wirklichkeit geworden, daß nämlich "von seiten der Stadt etwas zur Bequemlichkeit der Reisenden, besonders an solchen entzückenden Punkten, deren die Umgebung Dürkheims manche zählt, geschehen möge". 

Ein Besuch des Ringwall-Teufelstein-Gebietes oberhalb von Bad Dürkheim ist für Schulklassen besonders lohnend, weil sich den Schulkindern dort ein Zeugnis aus der Frühgeschichte unserer Heimat offenbart, an dem zugleich auch die Art und Weise frühgeschichtlicher Forschungstätigkeit deutlich gemacht werden kann. Bevor jedoch einige Erläuterungen zur Heidenmauer und zum Teufelstein gemacht werden, möchten wir Ihnen einige Hinweise geben, wie Sie am besten dorthin anreisen. 

Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Bad Dürkheim ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. 

Vom Wurstmarktgelände führt die Gondelbahn in achtminütiger Schwebefahrt direkt auf die Bergkuppen des Pfälzer Waldes. Je vier Personen haben in einer Gondel Platz. Türen und Fenster können unterwegs nicht geöffnet werden. Die Gondeln fahren im Abstand von 72 Meter, so daß eine 32 Kinder starke Klasse mit acht Gondeln in zehn Minuten auf den Berg gebracht werden kann. Die Gondelbahn kann 650 erwachsene Personen in jeder Richtung in einer Stunde befördern. Die Bahn ist von 9 bis 18 Uhr ständig in Betrieb. Wartezeiten bestehen nicht. 

Der Fahrpreis wird nach einem für Kinder ermäßigten Gruppenpreis berechnet und beträgt ab 20 Kinder 2,25 Mark. Hin- und Rückfahrt. Betreuungspersonen (Lehrer und pro Klasse zwei Begleitpersonen) fahren unentgeltlich. 

II.

Die Heidenmauer

In seinen östlichen Ausläufern, die das Dürkheimer Tal bilden, türmt sich an der Nordseite Bad Dürkheims der Pfälzer Wald noch einmal mit einem Felsmassiv auf, das wegen der an seinem Fuße wachsenden Kastanien "Kästenberg" genannt wird und das nach Südwesten und Südosten steil in die Ebene abfällt. Dieser Kästenberg, der ein Vorberg des Peterskopfmassives ist und der für diesen Teil des Rheingrabens eine beherrschende Position markiert, wird auf seiner Höhe von einem ringsherum verlaufenden Steinwall umzogen. Im Aufriß hat dieser Wall nach der bekannt gewordenen Beschreibung von Mehlis (Studien zur ältesten Geschichte des Rheinlandes, zweite Abteilung: Die Ringmauer bei Dürkheim, Leipzig 1876) die Gestalt eines Bogens mit gespannter Sehne. An der Nordseite der Bergkuppe verläuft der Wall im Halbkreis, vor dem sich ein bis zu 15 m breiter Graben befindet. Zur Südspitze des Berges zieht sich die Mauer von dem jeweils westlichsten und östlichsten Punkt in einer auf der einen Seite leicht ausgebuchteten, auf der anderen leicht eingebuchteten Linie hin, um im spitzen Winkel zusammenzustoßen. Mit ihrem auch als herzförmig zu bezeichnenden Grundriß paßt sie sich den Gegebenheiten des Bergplateaus an. Sie ist aus losem Gestein, das in der Umgegend gebrochen wurde, aufgeführt. Die obere Steinlage besteht aus abgerundeten Felsbrocken (Rundlingen). Sprater (Vorgeschichtliche Befestigungen bei Bad Dürkheim, Germania, Korrespondenzblatt der Römisch-Germanischen Kommission, 1921, S. 57 ff.) meint, daß die Mauer, weil zur Zeit ihrer Erbauung Mörtel noch unbekannt war, in wechselnden Stein- und Holzschichten errichtet worden sei. Das Holzgerüst habe aus waagrechten und senkrechten Holzbalken bestanden und auf diese Weise dem Wall eine Mauerform verliehen. In den Jahrhunderten sei das Holzgerüst verfault und verbrannt. Das Mauerwerk sei dadurch zusammengestürzt, so daß heute nur noch ein Steinwall übrig geblieben sei. 

Der Ringwall hat auch für unsere Vorstellungen gewaltige Ausmaße. Rundherum gerechnet ist er fast 2 km lang. Man braucht also, urn ihn abzuwandern, eine gute halbe Stunde. Die größte Nord-Süd-Entfernung innerhalb des Walles beträgt fast 750 m, die größte Ost-West-Entfernung 600 m. Das Mauerprofil verjüngt sich nach oben. An der Basis ist der Wall 15-20 m stark, am Scheitelpunkt 3-4 m. Wo die gebuchteten Linien aufeinander stoßen, hat der Wall eine Breite von fast 70 m. Seine Höhe beträgt 8-10 m. An seinem östlichsten Punkt ist der Wall durch eine 6 m breite Toranlage mit einer Vorbefestigung durchbrochen. Die von der Mauer umzogene Fläche weist zahlreiche Hügel unterschiedlicher Größe, die an Grabhügel erinnern, und im Nordteil eine Wasserstelle auf. Früher war die Fläche unbewachsen. Im vorigen Jahrhundert wurden auf ihr Bäume angepflanzt. 

Der Felshang unterhalb der östlichen Spitze der Ringmauer, der den Namen Kriemhildenstuhl trägt, ist in der römischen Zeit des ersten bis vierten Jahrhunderts als Steinbruch genutzt worden. Zahlreiche Inschriften und Felszeichnungen geben Zeugnis von dieser Abbrucharbeit am Berg. Dieser Steinbruch bildet zusammen mit anderen (z. B. dem Brunholdisstuhl unterhalb des Sanatoriums Sonnenwende) eine ganze Steinbruchgalerie, die sich um den Kastanienberg bis hin zum heute noch genutzten Schlammberg zog. 

Heidenmauer und Steinbrüche sind einzigartige Zeugnisse vor- und frühgeschichtlicher Epochen in Deutschland. Sie stehen daher unter Denkmalschutz. Mit der Entschließung vom 17. Oktober 1953 hat die Bezirksregierung der Pfalz die Heidenmauer und den Kriemhildenstuhl als schutzwürdige Denkmale anerkannt. 

Funktion der Heidenmauer

Viele Geister haben darüber gerätselt, welchen Zweck wohl eine Anlage dieses Ausmaßes haben mag. Diese Frage stellen heißt, nach der Zeit zu fragen, in der dieses Werk begonnen und vollendet wurde. Hier verbinden sich, wie nicht anders zu erwarten, Geschichte und Sage miteinander und geben manchem Anlaß zur Spekulation. Die Natur hat das Rheintal zu der vorgegebenen Schlagader des europäischen Völkerverkehrs gemacht. Die deutsche Geschichte hat hier mit ihren Ereignissen aus der früheren Zeit des Heiligen Römischen Reiches ihr Zentrum. Von Mainz und Worms über Limburg bis in das obere Elsaß tauchen die berühmten Namen der Zeit aus der Jahrtausendwende auf. Über Speyer, der Begräbnisstätte der Kaiser, heißt es, daß es die "Metropolis Germaniae" gewesen sei. Die Salier hoben die Gegend zu ihren Stammlanden. 

Diese in geschichtlicher Zeit bedeutsame Landschaft fand auch schon in der Vorzeit die Beachtung der Völkerstämme. Ein Zeugnis ihrer Kultur ist die Heidenmauer bei Bad Dürkheim. Nicht erst die Römer haben den Berg umkränzt, um dort ein Lager zu errichten, weil sie zu diesem Zwecke niemals Berghöhen wählten und ihre Standquartiere anders anzulegen pflegten, und erst recht nicht der Hunnenfürst Attila, von dem es heißt, daß er nach der Niederlage an den Katalaunischen Gefilden in dem Ringwall gelagert habe. 

Bleibt nur zu fragen, zu welchem Behufe die Ahnen in grauer Vorzeit sich der Mühsal eines so gewaltigen Unternehmens, wie es der Bau des Steinwalls ist, unterzogen. Vor dreißig Jahren schien die These auch politisch angebracht, daß es sich bei der Mauer um eine germanische Kultstätte zur Sonnenbeobachtung gehandelt habe. Dafür sprechen gewichtige Momente. Die "Eckpunkte" des Walles, wo an den nördlichen Halbkreis die beiden Sehnen anstoßen, liegen fast genau in östlicher und westlicher Himmelsrichtung und fixieren die Punkte, an denen die Sonne auf- und untergeht. ber Mauerkamm ist von Innen fast überall nur so hoch, daß er bequem eine Sonnenbeobachtung zuläßt (während die Mauer außen eine Höhe bis zu 10 m hat). Die östliche Seite der Südspitze führt seit je den Namen "Sommerwende". Stoll (Der Brunholdisstuhl am Ringwall über Bad Dürkhelm, Mannheirner Geschichtsblätter, Jahrgg. 1935, S. 7 ff.), der diese These vertritt, hält den nördlichen Mauerhalbkreis für die Wintersonnenbahn und die nach Süden verlaufenden Linien für die zur Sommerhöhe aufsteigende bzw. von ihr absteigende Sonnenbahn). 

Wenn man sich aber immer wieder die Größe der Anlage vor Augen hält, wird deutlich, wie unwahrscheinlich es ist, daß ein Werk von diesen Ausmaßen für Kultzwecke und nicht zur Befestigung gedacht gewesen sein soll, "es sei denn, man wollte umgekehrt eine alte Kirchhofsmauer für einen ehema!igen Burgring erklären" (Mehlis, S. 9). Ein Meter des Ringwalls entspricht etwa 20 Wagenlasten Steine. Daher erscheint die Annahme richtig, daß der Ringwall eine Volksburg war und dem Schutz eines Volksstammes im und um das Dürkheimer Tal vor hereinbrechenden Feinden diente. 

Was sagt die Heidenmauer über Kulturstufe und Lebensweise dieses Volksstammes?

Wissenschaftler vertreten die Ansicht, daB die Heidenmauer aus der Frühlatènezeit um 500 v. Chr. stammt. Um sie in der damaligen Zeit errichten zu können, mußte schon ein ganzer Stamm sich an der Arbeit beteiligen. Es muß also schon eine staatliche Ordnung unter den Menschen dieses Volkes und insbesondere das Prinzip der Einordnung des einzelnen unter die Anordnungen eines Ältesten (Fürsten) gegeben haben. Das Volk, das den Ringwall baute, hatte sich bereits vom Nomadentum gelöst und war seßhaft geworden. Aufgefundene Milchgefäße im Boden am Ringwall machen deutlich, daß die Menschen bereits Viehzucht kannten. Sonst lebten sie von Ackerbau, wie sich aus Funden von Ackergeräten (Kornquetschen) zeigt, und gelegentlicher Jagd. Auch die Töpferei war ihnen nicht unbekannt, wenn auch ohne das Werkzeug der Drehscheibe, da alle aufgefundenen Gefäße unregelmäßig gearbeitet sind. 

Brunholdisstuhl

Im Westen ist die Mauer auf nahezu 70 Meter verbreitert und im Osten gegenüber in einer Entfernung von 500 Metern ragen die Felsenwände des sogenannten BRUNHOLDISSTUHLS 25 Meter in die Tiefe. Sollte dieses eindrucksvolle Felsenmassiv im Zusammenhang mit dem Ringwall eine besondere Bedeutung gehabt haben, so läßt sich dies nicht mehr nachweisen, da in der Römerzeit ein Steinbruch betrieben wurde, der jahrhundertelang verschüttet war. Erst durch die besagten Ausgrabungen wurden z. T. freigeiegt. An den Felsenwänden finden sich zahllose Steinzeichnungen, die s. Zt. das interesse der wissenschaftlichen Welt erregt haben. Die Zeichnungen stellen germanische Kultzeichen, Sonnensymbole, folkloristische Embieme aber auch Steinmetzzeichen, Spottfiguren, Personennamen, Jahreszahlen und Legionsbezeichnungen aus der Zeit der römischen Besatzungszeit im 3. Jahrhundert n. Chr. dar. 

Heidenmauer, Brunholdisstuhl und Teufelstein, die mächtige Hardenburg, drunten im Isenachtal und die Limburg auf der jenseitigen Höhe haben seit jeher Wissenschaft und Forschung und nicht weniger die Fantasie der Dichter und Romantiker angeregt. 

Der Besucher, der die halbe Stunde des Umwanderns der Heidenmauer nicht gescheut und danach dem Brunholdisstuhl seine gebührende Beachtung geschenkt hat, wird nun, in östlicher Richtung wandernd, nach einer Viertelstunde Weges im Walde den sogenannten TEUFELSTEIN finden, einen mächtigen Findling, der in der Sagenwelt der Landschaft ebenfalls eine Rolle spielt. 

Teufelstein

Gegenüber dem nördlichen Scheitelpunkt des Ringwalls, etwa einen halben Kilometer entfernt, befindet sich eine Bergkuppe, aus deren Mitte ein einzelner mächtiger Stein, der Teufelstein, herausragt. Es handelt sich um einen Naturfelsen, der von Menschenhand bearbeitet ist und wahrscheinlich als Opferstein diente. Wie sein Name schon vermuten läßt, rankt sich auch um ihn eine Sage, deren Pointe sich von den übrigen Sagen über den steineschleudernden Teufel dadurch abhebt, daß in sie Erledigungen menschlich-natürlicher Art einbezogen sind. 

Im Mittelalter war der Teufel durch die zahlreichen Kirchenbauten, die er zu zerstören trachtete, vielbeschäftigt. So konnte es nicht ausbleiben, daß er auch zum Kloster Limburg kam, um zu verhindern, daß ein weiteres Gotteshaus entstand. Dazu hatte er die Gestalt eines wandernden Maurergesellen angenommen. Von den Baumeistern des Klosters Limburg war ihm jedoch versichert worden, daß nicht eine Kirche, sondern eine Weinschänke geplant sei. Daraufhin hat der Teufel wie ein gelernter Maurer an dem Bau mitgearbeitet und insbesondere die zwanzig großen, aus einem Stück bestehenden Säulen aus dem Fels gehauen und in dem Kirchenschiff aufgerichtet. Als er aber gewahr wurde, daß man ihn hinters Licht geführt hatte, wuchs in ihm der Zorn und er nahm sich vor, das Bauwerk zu zertrümmern. Aus dem Gebirge riß er einen großen Stein, um ihn von der Anhöhe auf die Abtei zu schleudern. Als er gerade zum Wurfe ausholen wollte, hielt ihn eine schneeweiße Gestalt am Arm fest. Der Stein wurde weich wie Butter und fiel zur Erde. In seiner Entrüstung, weil er sich ein zweites Mal um sein Vorhaben gebracht sah, hat sich daraufhin der Teufel auf den Stein geworfen und - wie Lehmann schreibt - "sein Wasser an demselben herabgelassen". Noch heute kann man in dem Stein die Spuren der Stellen sehen, an denen der Teufel den Stein gekrallt, sich auf ihn gesetzt hat und - auch dieses Zeichen ist nicht verwittert - an der sein Wasser entlanggelaufen ist. 

Literarische Behandlung der Heidenmauer

Die Heidenmauer hat auch Eingang in die schöne Literatur gefunden. Der bereits zitierte Lehmann schreibt im Jahre 1834 dazu (S. 47): "Vor mehreren Jahren besuchte der bekannte Dichter Fenimore Cooper diese Ringmauer, und er wurde durch diese Naturschönheiten so bezaubert, daß er mehrere Tage verweilte und die Zerstörungsgeschichte des Klosters Limburg, so wie andere, aus einem früheren Werkchen des Verfassers von gegenwärtigem entnommene, geschichtliche Daten zu einem Romane benutzte, welcher im Laufe des vorigen Jahres, ins Deutsche übersetzt, unter dem Titel "die Heidenmauer oder die Benedictiner" herauskam, dessen Verkettung und Entwicklung lieblich ist, und welcher, die gewöhnliche brittische Breite abgerechnet, sich angenehm liest". 

Trotz der Nähe Dürkheims ist dem Zeitgenossen James Fenimore Cooper mehr von seinem "Lederstrumpf, Wildtöter, Der letzte Mohikaner und Pfadfinder" als von der "Heidenmauer" bekannt. Daß er auf einer Reise vom Rhein zurück nach Paris wegen einer Unpäßlichkeit eines seiner Reisegenossen in Dürkheim Halt machen mußte, berichtet er in der breit angelegten Einleitung seiner "Heidenmauer". Der treuherzige Wirt aus dem damaligen Gasthof zum Ochsen, in dem Cooper abgestiegen war, erzählte ihm von dem Geschlecht der Fürsten von Leiningen, den Ruinen der Abtei Limburg und des Hartenstein, der Burg der Leininger sowie eben von der Heidenmauer und dem Teufelstein. Cooper hat dann mit einem Führer die Limburg erklommen und ist auch auf der jenseitigen Seite des Tales zur Heidenmauer heraufgestiegen. Zur Verkürzung des Weges hat er sich von seinem Begleiter die Sage um den Teufelstein erzählen lassen, die er ebenfalls in der Einleitung wiedergibt, jedoch mit der vornehmeren Variante, daß die Rille im Stein vom Schweif des Teufels, der sich in der wütenden Erregung dort abgezeichnet habe, herrühre. Hintergrund seines Romans bilden Limburg und Hardenburg. 

Immerhin kann es die Pfalz und ihre Bewohner mit Stolz erfüllen, daß, wie Coopers Frau in einem Brief (nach: Weckesser, J. F. Cooper und Dürkheim, Palatina 1931 S. 255) schreibt, die zerstörten Klöster und Schlösser auf den herrlichen Bergen und den hübschen kleinen Platz Durcheim die Phantasie des Herrn Cooper so angeregt hätten, daß er sie zum Schauplatz eines Buches gemacht hat. 
 

Weitere Literatur:

Mehlis, Das Grabhügelfeld an der Heidenmauer bei Dürkheim an der Haardt. 

Archiv für Anthropologie, Neue Folge Band I Heft 1, 1903. 

Adolf Rieth, zur Frage der Heidenmauern; auf rheinischen und pfälzischen Buntsandsteinbergen. 

Pfälzer Heimat 1954 S. 37 ff. 


Foto aus dem Archiv des städtischen Verkehrsamts [9/941, Villinger 1977]

Das Foto wurde handschriftlich kommentiert mit den Zeilen:
"Gondelbahn überschwebt ihre Trasse über den Weingärten vor der Kreisberufsschule (im Vordergrund li.), rechts Türme der Schloßkirche, Burgkirche, rechts oben 'Kaffeemühlchen'".


Ein Aufkleber:



Gedichte über die Gondelbahn

Auszug aus "Pälzer Worzle - Gedichte von Otto Wilms in Hochdeutsch und Pfälzer Mundart"

Herausgeber: Horst Wilms, Helmut Becker

1. Auflage / März 2000 - ISBN-Nummer: 3-00-005720-X

Die Gondelbahn

Was is dann mit de Gondelbahn?
Die abzubaue wär en Wahn.
E Sach, wu soviel Fräät duht bringe
un nitzlich is vor alle Dinge
un intressant fer Jung un Alt
un wichtich is fer Derkem halt,
die soll mer werklich gut behiete.
Als Kurstadt muss mer doch was biete.

Ich her so oft in Ludwigshafe,
die Gondelbahn soll werre laafe.
Ach ich meen als es is verkehrt,
dass manchen so was Scheenes steert.
Des is des was mer net gefallt.
Uns nitzt doch bloß de Zammehalt.
E Gondelfahrt zum Deiwelstee
war eefach intressant un schee.

Gewiss, die Welt hot viel Gesichter.
Ich bin keen Anwalt un keen Richter.
Es duht mich awwer werklich schmerze,
drum bitt ich eich vun ganzem Herze,
werrn eenich eich, trotz dere Pann,
damit mer werre fahre kann.

Beim Wei misst mer sich eenich werre.
De Dank is eich gewiss, ehr Herre.

Ein Gespräch in Reimen zwischen Regierungspräsident Paul Schädler und Otto Wilms

Die Gondelbahn zum Teufelstein

Ich schaue oft den Berg hinauf
und träume von der Gondeln Lauf.
Es wäre schön, sie würden gehn,
nicht ruhen und nicht stille stehn.
Bad Dürkheim braucht der Gondeln Schwung,
das hält die Kurstadt froh und jung.
Drum bitte ich, stimmt mit mir ein:
Gebt freie Fahrt zum Teufelstein!

Ich weiß zum Stillstand keinen Reim.
Geht doch einmal nach Rüdesheim
und schaut wie dort die Gondeln schweben
zum Niederwald, vom Rhein umgeben,
mit frohen Menschen, Tag für Tag,
weil man das frohe Leben mag.
Drum bitte ich, stimmt mit mir ein:
Gebt freie Fahrt zum Teufelstein!

Der Gondeln Stillstand kann nur schaden.
Selbst unsre Kurstadt Baden Baden
ist stolz auf seine Kurwaldbahn,
Bad Ems und Wildbad reihn sich an.
Was dort als Vorbild ist zu nennen,
soll man auch Dürkheim zuerkennen.
Drum bitte ich, stimmt mit mir ein:
Gebt freie Fahrt zum Teufelstein!

Die Gondelbahn bringt nicht nur Leben.
Sie will auch Brot und Arbeit geben.
Das geht nur, wenn die Gondeln schwingen,
um Menschen in den Wald zu bringen,
zum Lob und zur Verherrlichung
der Pfalz, das gibt ihr neuen Schwung.
Drum bitte ich, stimmt mit mir ein:
Gebt freie Fahrt zum Teufelstein!

Zum größten Weinfest dieser Welt,
das vielen Menschen hier gefällt,
zum größten Weinfass hier auf Erden,
wo man sich trifft zum Fröhlichwerden,
passt auch, das zweifelt niemand an,
die hier erbaute Gondelbahn.
Drum bitte ich, stimmt mit mir ein:
Gebt freie Fahrt zum Teufelstein!

Antwort von Regierungspräsident Paul Schädler

Herr Otto Wilms aus Ludwigshafen,
gar mancher kann wie Sie nicht schlafen,
in unserer schönen Pfalz am Rhein,
ob mit ob ohne Führerschein,
weil sie nicht fahren kann, die Bahn
zum Teufelstein den Berg hinan.

Wir hatten freie Fahrt gegeben
der Bahn; jedoch sie darf nicht schweben,
weil gnäd'ge Frau Justitia
es anders will, Sie wissen ja,
dass sie in unserem deutschen Land
schon oft, sehr oft als Recht erkannt,
was mancher nicht verstehen konnte,
der sich zuvor in Hoffnung sonnte.

So bleibt nur eins: Wir müssen warten
und hoffen, dass sie bald kann starten.
Drum stimm auch ich mit Ihnen ein:
Gebt freie Fahrt zum Teufelstein!
Für alle, die seit langem warten,
lasst doch die Bahn nun endlich starten!

So grüß ich Sie zum guten End
als Ihr Regierungspräsident.

Paul Schädler



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